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Meine Rede in Lauenburg zum Tag der Deutschen Einheit

Meine Rede anlässlich des Tages der Deutschen Einheit 2025 in Textform:

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

ich freue mich sehr, dass wir heute – an diesem besonderen Freitag – gemeinsam den 35. Tag der Deutschen Einheit feiern.

Es ist ein Tag des Erinnerns, des Danks und auch der Freude. Ein Tag, an dem wir innehalten, um zurückzublicken auf den Weg, den wir als Land gegangen sind. Und ein Tag, an dem wir vorausblicken, auf das, was noch vor uns liegt.

Vor 35 Jahren – ich war gerade 7 Jahre alt – wurde die deutsche Einheit politisch besiegelt – nach Jahrzehnten der Teilung, nach Leid, nach Ungleichheit und nach dem Leben in zwei Systemen.

Aber die Einheit fiel nicht vom Himmel.
Sie wurde errungen – von mutigen Bürgerinnen und Bürgern in der DDR, die sich nicht mehr einschüchtern ließen. Menschen, die mit Kerzen in der Hand auf die Straßen gingen und friedlich für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit demonstrierten.

Ihnen allen gilt unser aller Dank. Ohne ihren Mut gäbe es diesen Tag nicht. Und auch unsere heutige Drei-Länder-Fahrt mit dem Kaiser Wilhelm wäre ohne die Überwindung der innerdeutschen Grenze undenkbar.

Wir erinnern uns heute auch an die politischen Entscheidungen jener Zeit:
An Staatsmänner und -frauen, die Weitblick und Verantwortung zeigten, an unsere Verbündeten in Europa und der Welt. Und an eine historische Chance, die mutig ergriffen wurde.

Die deutsche Einheit ist untrennbar mit dem Namen Helmut Kohl – dem Kanzler der Einheit, einem großen Europäer.
Es war unsere Christlich Demokratische Union, die den Traum von der Einheit nie aufgegeben hat – auch in den Jahren, als andere sich längst mit der Teilung abgefunden hatten.

Auch für mich persönlich ist dieser Tag ein ganz besonderer. Wie viele von Ihnen und euch wissen, wurde ich in der ehemaligen DDR geboren. Beim Mauerfall war ich sieben Jahre alt. Und doch erinnere ich mich – an Gespräche in der Familie, an das Staunen der Erwachsenen, an die plötzliche Öffnung von Möglichkeiten.

Diese persönlichen Erinnerungen tragen viele Ostdeutsche in sich. Sie prägen bis heute ihre Sicht auf Deutschland.

35 Jahre später leben wir in einem anderen Deutschland. Heute bin ich als Ostdeutscher Abgeordneter für ein westdeutsches Bundesland im Deutschen Bundestag. Ich kann meinen Stolz darüber kaum in Worte fassen.
Aber: Ein Land, das vereint ist, ist noch lange nicht gleich.

Die Unterschiede zwischen Ost und West, zwischen Stadt und Land, zwischen boomenden Regionen und strukturschwächeren Gebieten: Sie sind echt.
Aber sie sind kein Grund zum Aufgeben– sie sind unser gemeinsamer Auftrag. Denn: Einheit ist kein Zustand, sie ist ein Prozess.

Gerade hier bei uns im Herzogtum Lauenburg wurde die Teilung Deutschlands besonders sichtbar.
Die innerdeutsche Grenze verlief in unmittelbarer Nähe – sie war Teil der Realität vieler Menschen. Heute erinnert sie uns daran, dass Freiheit nicht selbstverständlich ist. 

Was bleibt also an diesem 3. Oktober 2025?

Es bleibt die Erinnerung an Mut und Wandel.
Es bleibt die Dankbarkeit für Frieden, Freiheit und Einheit.
Und es bleibt die Verantwortung das Erreichte zu bewahren und weiterzugeben.

Deshalb freue ich mich sehr, dass wir heute, wie in den Jahren zuvor, wieder einen Baum als lebendiges Symbol der Einheit pflanzen.
Ein Baum, der wachsen wird. Der fest verwurzelt ist. Und der uns immer wieder daran erinnert, dass Einheit gepflegt werden muss.

Lassen Sie uns also heute mit Stolz zurückblicken, mit Freude zusammen feiern und mit Verantwortung nach vorne schauen.

Denn wir können sagen: Wir haben die Einheit nicht nur erreicht – wir haben sie gelebt.

Ich danke Ihnen.