Meine Rede in Textform:
Sehr geehrter Herr Schulleiter,
sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer,
liebe Schülerinnen und Schüler,
verehrte Eltern,
liebe Gäste,
wir feiern heute 30 Jahre Erich Kästner Gemeinschaftsschule Barsbüttel.
Drei Jahrzehnte voller Lernen, Begegnung, Erfolge – und auch voller Geschichte, die tief mit unserer Gemeinde verbunden ist.
Als in den frühen 1990er Jahren die Idee einer Gesamtschule in Barsbüttel Form annahm, war es der damalige Bürgermeister Heinrich Weis, der die ersten Gespräche mit Land und Kreis führte. In seinem Bericht vom Februar 1995 hieß es: „Die Genehmigung der Gesamtschule wird in den nächsten Tagen von der zuständigen Ministerin unterzeichnet werden.“
Die politische Verantwortung lag bei unserer Gemeindevertretung. Menschen wie Jutta Plöger, Dr. Volker Jütting, Heinz Stüven oder Hans-Dieter Endeward haben in vielen Sitzungen intensiv beraten und – wie ich hörte – manchmal auch ordentlich gestritten. Hier hat sich offensichtlich wenig geändert.
Im April 1995 wurde eigens ein nichtständiger Ausschuss „Gesamtschule Barsbüttel“ gegründet, in dem zehn Vertreter – unter ihnen Frau Brettschneider, Frau Johann, Frau Schneider und Herr Schwenckner – die Planung begleiteten
Schon bald musste die Gemeinde handeln, um den Start zu ermöglichen. Im April 1996 beschloss die Gemeindevertretung mit 14 Ja- gegen 7 Nein-Stimmen, 400.000 DM für Container als Übergangslösung bereitzustellen
Der damalige Bürgermeister Weis betonte, dass die Ausschreibung bereits vorbereitet sei – und dass zum Schuljahresbeginn Räume bereitstehen würden. Ein klares Zeichen: Diese Schule sollte Realität werden.
Im April 1996 berichtete Bürgermeister Weis: „Das Gesamtvolumen beträgt rund 20 Millionen DM.“
Ein gewaltiger Kraftakt für unsere Gemeinde, wenn auch aus heutiger Sicht beinahe Peanuts.
Die Architekten Frau Hantschel und Herr Landwehr vom Büro Trapez Architektur stellten im August 1996 ihren überarbeiteten Vorentwurf vor. Dieser enthielt nicht nur Klassenzimmer und Fachräume, sondern auch innovative ökologische Maßnahmen. Die Gemeindevertretung beschloss damals:
- „Eine Dachbegrünung auf den eingeschossigen Bauteilen der Naturwissenschaften ist vorzunehmen“ (12 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen, 1 Enthaltung),
- „Für die Bewässerung der Grünanlagen sind Regenwasserspeicher im Außenbereich anzulegen“ (18 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen)
Es war der Gemeindevertreter Eickenrodt, der nach den Mehrkosten fragte, und Herr Landwehr, der erläuterte, dass man damit zukunftsweisende Lösungen schaffe. Auch hier hat sich nichts geändert.
Auch die Sporthalle wurde intensiv diskutiert: Sollte sie nun 15 x 27 Meter groß sein, wie das Land es förderte, oder 22 x 44 Meter, um auch dem Vereinssport gerecht zu werden? Am Ende stand der Barsbütteler Wille, groß zu denken. Eine goldrichtige Entscheidung.

Im Protokoll vom 20. März 1997 lesen wir dann: „Am 10.04.1997 um 10.30 Uhr findet eine Veranstaltung der Schule zum 1. Spatenstich der IGS statt.“
Und so war es: Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde, unter ihnen viele der genannten Namen, trafen sich auf dem Baugelände. Die Baugenehmigung war am 5. März erteilt worden – die ersten Ausschreibungen für Blitzschutz, Entwässerung und Erdarbeiten waren abgeschlossen.
Damals lagen bereits 45 Anmeldungen für den ersten Jahrgang vor. Heute sind es Hunderte von Schülerinnen und Schülern, die Jahr für Jahr unsere Schule besuchen
Auch die Einrichtung der Schule sorgte für Diskussionen. Im August 1997 wurden 1,6 Millionen DM für Möbel und Geräte veranschlagt:
Eine Fraktion beantragte eine Kürzung um 50 % und verwies auf Preise wie „ein Flügel 25.000 DM, ein PC 4.100 DM, ein Bürostuhl 715 DM“. Doch die Mehrheit setzte sich dafür ein, dass Qualität auch ihren Preis haben darf.
Meine Damen und Herren,
all diese Zahlen, Namen und Beschlüsse zeigen: Diese Schule ist nicht vom Himmel gefallen. Sie ist das Ergebnis harter Arbeit, vieler Diskussionen – und mutiger Entscheidungen.
Die Erich Kästner Gemeinschaftsschule wurde geschaffen, weil Menschen hier in Barsbüttel Verantwortung übernommen haben, weil Architekten kluge Pläne vorgelegt haben….
Und: weil die Bürgerinnen und Bürger Barsbüttels diese Schule wollten.
Erich Kästner, der Namensgeber, sagte:
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“
Das gilt damals wie heute. Diese Schule ist ein gutes Beispiel dafür, was man erreichen kann, wenn man entschlossen handelt.
Herzlichen Glückwunsch, liebe Erich Kästner Gemeinschaftsschule, zu 30 Jahren voller Bildung, Begegnung und Zukunft!
Vielen Dank.